Objekt Perseiden-Bolid und Sporade
Sternbild
Ursa Minor



Um 03:51 MESZ / 01:51 UT explodierte dieser Bolid mit einer Helligkeit von über -7 mag genau in den beiden Feldern meiner Kameras. Nur vier Sekunden später erschien ein weiterer, sporadischer Meteor im feld der rechten Kamera. Der Stern "mit den senkrechten Flügelchen" (ein Artefakt des Aufnahmeobjektivs) rechts der Bildmitte ist Polaris (2.2 mag), links davon liegt Ursa Minor. Das Bild ist ein Komposit aus 72 Filmbildern nach der Maximum-Funktion. Aufgrund des Lichtabfalls der Objektive von der Bildmitte zum Rand hin erkennt man rechts neben Polaris die Grenze zwischen den Feldern der rechten und linken Kamera. Der Bolid erschien am linken Rand des Feldes der rechten Kamera und explodierte am rechten unteren Rand des Feldes der linken Kamera. Die Rauchspur war noch 2 Minuten lang sichtbar. Inzwischen haben Bernd Gährken, Jürgen Michelberger und Reinhardt Wurzel aufgrund einer zweiten Sichtung von Tschechien aus eine komplette Bahnanalyse erstellt. Demnach leuchtete der Meteor in 157 km Höhe (!) auf, explodierte in 82 km Höhe, das letzte Fragment verglühte in 78 km Höhe.

> Bild oben in Originalgröße
> Einzelbild des Terminal Flash
> Persistent Train und Rauchspur des Boliden mit zweitem Meteor
> Filmsequenz mit halber HD-Auflösung (40 MB)
> Filmsequenz in Full HD-Auflösung (115 MB)

 
Das Maximum der Perseiden lag 2018 zwei Nächte nach Neumond, sodass astronomisch optimale Bedingungen herrschten. In der Nacht des Maximums herrschte das günstigste Wetter in Geigersau, einem dunklen, zwischen Staffelsee und Schongau gelegenen Hügel in den Voralpen. Hier beobachtete ich zusammen mit Bernd Gährken, der auch sehr interessante Beobachtungsergebnisse erzielte. Schon in der Nacht davor hatten Bernd Gährken, Matthias Knülle und ich die Perseiden vom Oberen Sudelfeld aus beobachtet. Mein Schwerpunkt lag auf der Ermittlung des Populationsindexes der Perseiden mit Hilfe des Projekts 3CAMPI.
In den beiden Beobachtungsnächten wurden mit der Sony a7S in insgesamt 7 1/4 Std. Videoaufnahmen 516 Meteore aufgenommen, darunter 263 Perseiden. Die Auswertung des umfangreichen Materials dauert noch an.

> Komposit mit drei Perseiden und Milchstraße
> Komposit mit 5 Perseiden und einem Iridium-Flare
> Filmaufnahmen zur Ermittlung des Populationsindexes - Projekt 3CAMPI
 
Aufnahmeort Geigersau, Bayern; 930 m ü.M. [47.727006° N / 11.025946° E]
Datum 13.8.2018
Uhrzeit 03:50:59 MESZ / 01:50:59 UT
Optik 2x Canon FD 1.4/50mm
Brennweite 50 mm
Blende 1.4
Kamera 2x Sony a7S
Format 35,6 x 20 mm
Skalierung
1:2
Filter -
Empfindlichkeit
ISO 409.000
Belichtungszeit
2x 1/25 Sek.
Programme
Premiere CC 2017, Photoshop CC 2017


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